- Akarizid
- Allgemeinverfügung
- Abbaurate
- ADI-Wert
- Aktute Referenzdosis - ARfD
- Ausschöpfung
- Begasungsmittel
- Exposition
- Fungizid
- Gesundheitsrisiko
- Grenzwert
- Gute fachliche Praxis im Pflanzenschutz
- Halbwertzeit
- Handelspräparate –siehe Pflanzenschutzmittel
- Harmonisierung
- Herbizide
- Höchstgehalt
- Insektizid
- Mehrfachbelastung
- Mehrfachrückstände
- Metabolit
- Mischprobe – auch: repräsentative Mischprobe
- Molluskizid
- Nachweise
- Nematizid
- Pestizide
- Pestizidcocktail
- Pestizide, langlebige
- Pflanzenschutz
- Pflanzenschutzmittel
- Probe
- Risiko – siehe Gesundheitsrisiko
- Rodentizid
- Rückstand
- Verzehrmenge
- Vorführpflicht
- Wachstumsregulator
- Wirkmechanismus
- Wirkstoff
Allgemeinverfügung
Zum 1. September 2008 wurden in der Europäischen Union die Höchstgehalte an Pestizidrückständen harmonisiert (Verordnung EG Nr.396/2005). Bis dahin konnten Importeure beim Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit eine so genannte Allgemeinverfügung für Produkte beantragen, deren Höchstgehalte an Pestizidrückständen nicht den deutschen Bestimmungen entsprachen.
Abbaurate – siehe Halbwertzeit
Wirkstoffe werden in der Regel durch biologische, chemische oder physikalische Prozesse abgebaut. Die Abbaurate beschreibt den Rückgang der Konzentration eines Stoffes durch die Abbauprozesse. Die verschiedenen Zwischen- oder Endprodukte werden Metabolite genannt. Diese Metabolite können unter Umstanden giftiger sein als das Ausgangsmaterial.
ADI-Wert
Die duldbare tägliche Aufnahmemenge (ADI-Wert - "Acceptable Daily Intake") ist ein toxikologischer Grenzwert für die Langzeitaufnahme eines Stoffes (hier: Pflanzenschutzmittelrückstandes mit der Nahrung). Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) definiert sie als die Substanzmenge, die ein Verbraucher unter Berücksichtigung aller vorhandenen Kenntnisse täglich und lebenslang ohne erkennbares Risiko für die Gesundheit aufnehmen kann. Die ADI wird in Milligramm je Kilogramm Körpergewicht und Tag angegeben. Daraus ergibt sich für Menschen mit geringem Körpergewicht (z.B. Kinder) bei gleicher Auffnahmemenge ein größeres Risiko. Beim Festlegen von Grenzwerten von Pestiziden, dem "ADI” oder der "ARfD” werden anerkannte Ergebnisse aus Tierexperimenten mit einem zusätzlichen Unsicherheitsfaktoren versehen, um die Übertragung der Ergebnissen auf den Menschen und andere wissenschaftliche Unsicherheiten zu berücksichtigen.
Akute Referenzdosis – ARfD
Die akute Referenzdosis (ARfD) ist ein toxikologischer Grenzwert für Pestizide mit einer hohen akuten Giftigkeit. Diese Pestizide können schon bei einmaliger oder kurzzeitiger Aufnahme gesundheitsschädliche Wirkungen auslösen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die ARfD als diejenige Substanzmenge definiert, die über die Nahrung innerhalb eines Tages oder mit einer Mahlzeit aufgenommen werden kann, ohne dass daraus ein erkennbares Gesundheitsrisiko für den Verbraucher resultiert. Die ARfD wird in Milligramm je Kilogramm Körpergewicht angegeben. Daraus ergibt sich für Menschen mit geringem Körpergewicht (z.B. Kinder) bei gleicher Aufnahmemenge ein größeres Risiko. Der ARfD Wert wird bei der Festlegung von Höchstmengen berücksichtigt. Beim Festlegen von Grenzwerten von Pestiziden, dem "ADI” oder der "ARfD” werden anerkannte Ergebnisse aus Tierexperimenten mit einem zusätzlichen Unsicherheitsfaktoren versehen, um die Übertragung der Ergebnissen auf den Menschen und andere wissenschaftliche Unsicherheiten zu berücksichtigen.
Ausschöpfung
Die Ausschöpfung drückt aus, in welchem Maß ein Höchstgehalt oder ein Grenzwert ausgenutztwird. 100 Prozent Ausschöpfung bedeuten, dass der Höchstgehalt oder der Grenzwert genau erreicht ist. Werte größer als 100 prozent bedeuten demnach, dass der Grenzwert oder der Höchstgehalt überschritten wird.
Exposition
Unter Exposition wird das Ausgesetzsein des Menschen gegenüber (schädigenden) Umwelteinflüssen verstanden - in diesem Zusammenhang gegenüber Wirkstoffen oder anderen Chemikalien.
Gesundheitsrisiko
Das gesundheitliche Risiko durch Pestizidrückstände in Lebensmitteln hängt von vier Faktoren ab: von der Giftigkeit der Pestizide, von den Pestizidrückstandsmengen in Lebensmitteln, dem Körpergewicht und der Verzehrsmenge. Kinder sind in dieser Hinsicht besonders empfindlich, da sie im Verhältnis zu Erwachsenen vergleichsweise hohe Mengen Obst und Gemüse verzehren und ein niedrigeres Körpergewicht aufweisen. Für die Bewertung der Giftigkeit von Rückständen werden chronische und akute Effekte betrachtet (siehe Höchstgehalt). Der Begriff des Risikos definiert immer eine Abschätzung der Wahrscheinlichkeit einer gesundheitlichen Beeinträchtigung.
Grenzwert
Ein Grenzwert ist die kalkulierte Schwellenkonzentration eines Stoffes, bei deren Unterschreitung oder Einhaltung nicht mit gesundheitlichen Risiken zu rechnen ist.
Gute fachliche Praxis im Pflanzenschutz
Die gute fachliche Praxis im Pflanzenschutz ist ein gesetzlicher Mindeststandard im Pflanzenschutz. Er soll gewährleisten, dass Pflanzenschutz sachgerecht unter Beachtung des vorbeugenden Verbraucherschutzes und des Schutzes des Naturhaushaltes durchgeführt wird.
Halbwertzeit
Die Halbwertzeit ist die Zeit, in der sich eine Menge einer Chemikalie auf 50% durch chemisch-physikalischen Abbau reduziert. Die verschiedenen Zwischen- oder Endprodukte des Abbaus des Ursprungstoffes werden Metabolite genannt. Diese Metabolite können unter Umstanden giftiger sein als das Ausgangsmaterial.
Harmonisierung
Unter Harmonisierung versteht man die Angleichung von Standards und gesetzlichen Regelungen in den Mitgliedsländern der Europäischen Gemeinschaft durch ein europaweit gültiges rechtliches Regelwerk. Harmonisiert sind zum Beispiel beim Pflanzenschutz die Festlegung von Rückstandshöchstgehalten (EU-Verordnung 396/2005).
Höchstgehalt
Der Höchstgehalt ist die gesetzlich erlaubte höchste Menge eines Pflanzenschutzmittels (oder eines anderen Stoffes) in einem definierten Lebensmittel. Der Höchstgehalt wird in Milligramm Pestizid pro Kilogramm Lebensmittel angegeben. Der Begriff Höchstgehalt unterscheidet sich vom Begriff Grenzwert. Bei der Festlegung der Höchstgehalte in der europäischen Union fließen die Grenzwerte ADI und ARfD ein.
Mehrfachbelastung
Unter Mehrfachbelastung wird in diesem Zusammenhang die gleichzeitige oder zeitnahe (über den Tag) Konfrontation des Verbrauchers mit mehreren Wirkstoffen (siehe auch Pestizidcocktail) verstanden. Im Allgemeinen ist die gleichzeitige oder zeitnahe Belastung von Mensch und Umwelt durch verschiedene Chemikalien über verschiedene Aufnahmepfade gemeint: beispielsweise Arzneimittel (oral, dermal), Kosmetik (dermal), Innenraumgifte (inhalativ), Lebensmittel (oral).
Mehrfachrückstände
Werden in einer Probe mehrere Wirkstoffe oder Chemikalien nachgewiesen, spricht man von Mehrfachrückständen.
Metabolit
Metabolite sind Umwandlungsprodukte chemischer Verbindungen, die sich in Verlauf von chemischen und physikalischen Prozessen oder durch Stoffwechselvorgänge bilden.
Mischprobe - auch: repräsentative Mischprobe
Unter Mischprobe wird eine Probe verstanden, die die Belastung einer Fruchtart mit Rückständen an Pflanzenschutzmitteln auf einem Feld oder einem Warencontainer abbildet. Dazu werden zum Beispiel auf einem Feld aus verschiedenen Gemüse- oder Obstbaumreihen Einzelproben genommen und miteinander vermischt. In einem Warencontainer werden einzelne Proben aus verschiedenen Kisten genommen und ebenfalls vermischt. Nach der Vermischung wird die Mischprobe auf Rückstände untersucht.
Nachweis(e)
Hier: Nachweis eines oder mehrerer Rückstände in einer Probe. Proben ohne Nachweise müssen nicht notwendigerweise frei von Rückständen sein. Wird beispielsweise auf ein falsches oder zu kleines Spektrum an Wirkstoffen geprüft, ist es möglich, dass kein Wirkstoffnachweis erfolgt, obwohl möglicherweise andere, nicht geprüfte Rückstände enthalten sind.
Pestizide
Das Wort "Pestizide" leitet sich vom lateinischen Wort "pestis" (Seuche) ab und wird als Sammelbegriff für alle Substanzen, die schädliche oder lästige Lebewesen töten, vertreiben, anlocken oder in ihrer Entwicklung oder ihrem Wachstum hemmen, verwendet.
Je nach Verwendungszweck werden Pestizide in verschiedene Gruppen unterteilt:
Schädlinge in Innenräumen und Lagern
| Die gebräuchlichsten Pestizidgruppen | Zielorganismus |
|---|---|
| Herbizide | Unkräuter |
| Wachstumsregulatoren | Kulturpflanzen |
| Fungizide | Pilze (Schimmelpilze, Roste) |
| Insektizide | Insekten |
| Akarizide | Spinmilben |
| Rodentizide | Nagetiere (Ratten, Mäuse) |
| Molluskizide | (Nackt) Schnecken |
| Nematizide | Fadenwürmer (Nematoden) im Boden |
| Begasungsmittel | Schädlinge in Innenräumen und Lagern |
Neben diesen gebräuchlichen Gruppen werden manchmal weiter Verwendungen aufgeführt: Avarizide gegen Vögel, Larvizide gegen Larven, Bakterizide gegen Bakterien.
Die Begriffe Pestizid und Pflanzenschutzmittel werden meist synonym gebraucht. Im internationalen Sprachgebrauch wird "pesticide" üblicherweise gebraucht anstelle von "plant protection product".
Pestizidcocktail
Mit Pestizidcocktail wird im allgemeinen Sprachgebrauch das gleichzeitige Vorkommen von mehreren Pestiziden in einem Medium (Wasser, Nahrung, Boden etc.) bezeichnet. Über die Wirkung von diesen Cocktails ist sehr wenig bekannt.
Pestizide, langlebige
Pestizide werden als langlebig bezeichnet, wenn sie extrem lange (über Jahrzehnte) im Boden verbleiben und sich über die Nahrungskette anreichern können. Prominentestes Beispiel ist DDT.
Pflanzenschutz
Pflanzenschutz umfasst alle Maßnahmen, die dem Schutz der Kulturpflanzen vor Schadorganismen dienen. Dazu gehören u.a vorbeugende Maßnahmen, die Förderung von Nützlingen, mechanische und chemische Maßnahmen.
Pflanzenschutzmittel
Pflanzenschutzmittel sind chemische Formulierungen, die neben einem oder mehreren Wirkstoffen weitere Substanzen enthalten. Diese Substanzen haben unterschiedliche Funktion im fertigen Produkt: Sie können zum Beispiel das Eindringen des Wirkstoffes in den Körper des Schadorganismus oder das Benetzen der Unkrautpflanze erleichtern (Netzmittel), das Mittel regenfest oder schneller abbaubar machen. Einige Pflanzenschutzmittel enthalten nur 1 Prozent der wirksamen Substanz andere dagegen 75 Prozent oder mehr. Handelsübliche Pflanzenschutzmittel werden als Handelspräparate bezeichnet.
Probe
Proben sind alle Waren, die zum Zweck der Untersuchung entnommen werden. Die Probenahme muss durch qualifiziertes Personal nach vorgegebenen Richtlinien erfolgen (siehe auch Mischprobe).
Resistenz
Mit Resistenz wird die Widerstandsfähigkeit von Insekten, Pilzen, Pflanzen oder Viren gegenüber bestimmten Wirkstoffen bzw. Wirkstoffgruppen bezeichnet. Werden im chemischen Pflanzenschutz regelmäßig großflächig dieselben Wirkstoffe eingesetzt, können die bekämpften Arten mittels Selektion Resistenzen entwickeln, das heißt widerstandsfähig gegen die eingesetzten Wirkstoffe werden. Meist sind davon alle Stoffe aus Wirkstoffgruppen mit gleichem Wirkmechanismus betroffen. Landwirte müssen, um Resistenzen zu vermeiden, deshalb nicht nur die eingesetzten Wirkstoffe wechseln, sondern auch die Wirkmechanismen der Wirkstoffe beachten. Dieses Vorgehen wird Resistenzmanagment genannt.
Rückstand
Ein Pestizidrückstand ist die Restmenge eines angewendeten Wirkstoffes in einem behandelten Lebensmittel. Rückstände in unbehandelten Medien wie dem Trinkwasser werden als Kontamination bezeichnet.
Sachkunde
Die Sachkunde ist ein gesetzlicher Mindeststandard in Deutschland bezüglich der Anwendung von Pestiziden. Jeder Anwender von Pestiziden, die nicht ausdrücklich für den Haus- und Kleingartenbereich zugelassen sind, muss einen Nachweis (im Rahmen einer Sachkundeprüfung oder durch eine landwirtschaftliche Ausbildung) seiner / ihrer Sachkunde erbringen.
Verzehrsmenge
Eine wesentliche Rolle bei der Risikobewertung von Rückständen in der Nahrung spielt die Verzehrsmenge (= Aufnahmemenge) der einzelnen Lebensmittel. Da diese je nach Essgewohnheit sehr unterschiedlich sein kann, wird mit Schätzwerten gearbeitet. In Deutschland liegen aktuelle Daten für 2 bis < 5jährige Kinder vor, Daten zu den Verzehrsgewohnheiten von 0,5 - 2 Jährigen sind in Kürze verfügbar, die von Erwachsenen werden derzeit erhoben.
Vorführpflicht
Unter Vorführpflicht wird die Pflicht eines Importeurs verstanden, ein bestimmtes kritisches Produkt an der Grenze den Behörden der Lebensmittel-Überwachung vorzuführen. Nationale Vorführpflichten gibt es z.B. für türkische Gemüsepaprika. Sie wirken aber nur an den EU Außengrenzen.
Wirkmechanismus
Der Wirkmechanismus bezeichnet die Art und Weise, in der ein Wirkstoff Schadorganismen abtötet oder einen Befall vermeidet. Er beschreibt diese Effekte auf biochemischer oder biophysikalischer Ebene. Bei vielen Wirkstoffen insbesondere bei Herbiziden ist der Wirkmechanismus auf biochemischer Ebene unbekannt.
Wirkstoff
Der Begriff Wirkstoff beschreibt eine Substanz, die in einem Organismus einen bestimmten (erwünschten) Effekt auslöst.
